Archiv für das Tag 'Renaissance'

Renaissance und Humanismus in Deutschland

admin 11. Mai 2008

Etwas später als in Italien, um etwa 1400, beginnen Renaissance und Humanismus in Deutschland. Hier findet zu dieser Zeit eine Verschiebung der sozialen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse statt. Der niedere Adel (das Rittertum) wird durch die Technisierung der Kriegsmaschinerie aus seiner ehemaligen Position verdrängt. Territorialfürsten und Handesstädte berauben in seiner Lebensgrundlage. Das Bürgertum (Handwerker und Gewerbetreibende) kämpft gegen Adel und Klerus um seine soziale Anerkennung. Die Bauern verlangen nach sozialer Gerechtigkeit, ein Konflikt, der in die grausamen Bauernkriege mündert.

Die Ideen der italienischen Renaissance (humanitas, Wiedergeburt der Antike) finden in Deutschland kaum Interesse, dort stehen refomatorische Bestrebungen im Mittelpunkt. Literatur ist weitgehend der religiösen Frage, die auch politische, soziale und wirtschaftliche Probleme umfasst, untergeordnet. Sie wird in den Dienst der Sache gestellt, sie transportiert Programme und Ideologien, in Form von Flugblättern und Sendbriefen wird sie zum Mittel des Appells und der Agitation (Hetze, Aufwiegelei).

Die Themengebiete von Renaissance und Humanismus in Deutschland sind oftmals Teil bzw. sogar Hauptaspekt von Hausaufgaben im Rahmen der Literaturgeschichte. Für weiterführende Informationen zur expliziten Erörterung dieser beiden Thematiken findet sich ausreichend Literatur - sowohl im Internet als auch in Bibliotheken.

Die Renaissance in Italien

admin 10. Mai 2008

Die Renaissance beginnt in Italien bereits im 14. Jahrhundert. Der Begriff “Renaissance” ist den Zeitgenossen aber unbekannt, er kommt erst in der französischen Kunstgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts auf und bezeichnet hauptsächlich die bildende Kunst und Architektur; man denke dabei an Universalgenies wie Michelangelo Buonarroti und Leonardo da Vinci. Giorgio Vasari (Geschichtsschreiber, 1511-1574) verwendet den Ausdruck “rinascita”, dieser bedeutet Wiedergeburt der Antike.

Die Wurzeln der Renaissance (wie übrigens auch des Humanismus under der Reformation) liegen in der Sehnsucht der Menschen des späten Mittelalters nach geistiger Erneuerung, nach Wiedergeburt des Menschen im Sinne der Mystik. Diese Sehnsucht lässt sich bereits bei Dante (italienischer Schriftsteller, 1265-1321) feststellen. Sie bedeutet eine Quelle aufkommenden Nationalgefühls. Der Frühhumanist Petrarca (1304-1374) drückt es in seinen Weken aus. Auch in Italien kam diese Gesinnung zu dieser Zeit auf.

Der Rainessancemensch sucht nach der reinsten Ausprägung des italienischen Menschen und glaubt ihn in der römischen Antike zu finden, wo die “humanitas” am deutlichsten ausgeprägt scheint.

Über Kunst und Politik gelangt man zu einem neuen optimistischen Weltgefühl, zu einer lebensbehagenden Wiedergeburtsfreude, die der Ausspruch Ulrich von Huttens, eines deutschen Renaissancemenschen gut illustriert: “O saeculum! O litterae! Iuvat vivere!” ( O Jahrhundert! O Wissenschaft! Es macht Spaß zu leben!)

Renaissance - eine bewegte Zeit

admin 10. Mai 2008

Die wichtigsten Ereignisse - eine Übersicht

  • 1440: Gutenberg erfindet den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern.
  • 1453: Konstantinopel (Istanbul) wird von den Türkenb erobert. Viele griechische Gelehrte sehen sich gezwungen, nach Italien zu flüchten. Unter anderem bringen sie das “Erbe der Antike” mit, das die Grundlage für die italienische Renaissance und insbesondere für den Humanismus wird.
  • 1492: Christoph Kolumbus entdeckt Amerika.
  • 1493-1519: Maxximilian I. regiert; sein Beiname “Der letzte Ritter” symbolisiert den Niedergang des Rittertums.
  • 1513: Niccolo Machiavelli verfasst seine Schrift Il Principe (Der Fürst). Sie wird zum politischen Programm des Absolutismus
  • 1517: Luther schlägt seine 95 Thesen an und setzt damit die Reformation in Gang.
  • 1521: Magellan umsegelt die Welt. Seefahrere begründen durch den Fernhandel den Reichtum der Städte.
  • 1524:Bauernkriege toben im Süden Deutschlands, ein geknechteter Stand kämpft um soziale Gerechtigkeit.
  • 1555: Der Augsburger Religionsfrieden hat zur Folge, dass Handel und Geldwirtschaft erblühen. Das politische Gewicht verlagert sich allmählich von den Höfen zu den Städten, die Bedeutung des Bürgertums als politischer Faktor beginnt zu wachsen.
  • 1556: Mit der Abdankung Kalrs V. beginnt der Terfall eines riesigen Reiches.
  • 1609: Galilei entdeckt die Fallgesetzte. Er und andere Naturwissenschaftler bewirken den Aufschwung der Forschung.