Archiv für das Tag 'Minnesang'

Höfischer Minnesang

admin 10. Mai 2008

Die Phase von 1170 bis 1190 wir auch als die Zeit des “Hohen Minnesangs” bezeichnet, die stark von den provenzialischen Troubadours und den nordfranzösischen Trouvéres beeinflusst ist. Als wichtigster Vertreter des deutschen Minnesangs gelten Heinrich von Rugge, Heinrich von Veldeke, Friedrich von Hausen, Hartmann von Aue, Heinricht von Morungen und Reinmar von Hagenau. Walther von der Vogelweide ist einerseits bekannt für perfekt ausgeführte Lieder der hohen Minne, andererseits gilt er als einer, der sie mit seinem kritischen Verstand überwunden hat.

Minnelyrik ist Formkuns, die von einfachen Formen bis hin zu komplizierten vers-, Strophen- und Reimtechniken reicht.

Über 80% aller deutschen Minnelieder sind in der Form der Kanzonenstrophe oder Stollenstrophe, einer romanischen Strophenform verfasst. Sie besteht aus zwei metrischen und musikalische gleich gebauten Stollen (= Versgruppen), die den Aufgesang bilden und nach derselben Melodie gedungen werden, und einem anders gebauten (= gesungenen) dritten Teil dem Abgesang.

Frühhöfischer Minnesang

admin 6. Mai 2008

Der Begriff “höfisch” ist im 12. Jahrundert entstanden und bezeichnet die adelige Gesellschaftskultur bzw. die (höfische) Dichtung, die sich thematisch und formal nach ihr ausrichtet. “Höfisch” steht für ein Gesellschaftsideal, für ein Programm und bedeutet in übertragenem Sinne: Glanz, Schönheit, vornehme Abstammung, edle Gesinnung, gutes Benehmen, ritterliche Tugend und Gesinnung, Frömmigkeit … - zentrale Werte für das Hofpublikum.Der literaturhistorische Begriff mein den Hof als Ort der Literatur: die “höfische Dichter” und das “höfische Publikum” des staufischen Kaisertums.

“Höfische Epic” und “höfische Lyrik” als Hauptformen der Dichtung an den Höfen sind die dazugehörenden literarischen Gattungsbegriffe. Die Vertreter des frühhöfischen Minnesangs wie Der von Kürenberg, die Burggrafen von Regensburg und Rietenburg, Meinlo von Sevelingen und Dietmar von Aist leben im Raum zwischen Regensburg und Wien, über ihre Biografie ist fast nichts bekannt. Ihre Texte werden ein Jahrundert später aufgezeichnet, bei vielen davon stellt sich die Frage ob sie authentisch sind.

Und wie sieht es heutzutage aus? Heute gibt es keinen Minnesang mehr; dafür jedoch moderne Lieder aus den unterschiedlichsten Genres. Besonders empfehlen möchten wir an dieser Stelle das Repertoire wunderschöner Lieder über Gott und die Welt von Kurt Mikula (www.mikula-kurt.net).

Gedichte und Texte finden sie auf www.gratis-gedicht.de