Archiv für das Tag 'Burgen'

Das Hochmittelalter

admin 6. Mai 2008

Die Rezeption der französischen Literatur, die als Vorbil für die deutsche höfische Dichtung dient, beginnt ungefähr um 1170. Die Endphase der hochmittelalterlichen Literatur ist dadruch gekennzeichnet, dass gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Städte immer mehr Anteil am Literaturprozess bekommen und die Höfe als literatische Zentren ablösen.
Wenn man nur den höfischen Dichtern des Hochmittelalters glaubte, die die prachtvolle Welt der edlen Ritter der Tafelrunde, der Burgen, Feste und Turniere beschreiben, könnte man meinen, einer (fast) heilen Welt gegenüberzustehen. Realität ist aber, dass die Burgen eng, feucht, kalt und dunkel sind. Die ungesunde Ernährung und die fehlende sachkundige medizinische Versorgung - selbst für die adeleige Oberschicht - lass eine hohe Lebenserwartung nicht zu; von den einfachen Menschen, deren Lebenssituation man als elend bezeichnen muss, ganz zu schweigen.
Dem romantischen Mittelalterbil kann man Tatsachen engegenhalten wie die, dass Herrschaft im Mittelalter sehr oft die Unterdrückung des Schwächeren bedeutet, Recht mit Bestechung erkauft wird, die üblichen Methoden ritterlicher Kriegsführung Verwüstung und Plünderung sind, wie des Propst Gerhard von Stederburg in seiner Stiftschronik beschreibt:
Wir haben mitangesehen, wie gerade das Wertvollste verwüstet wurde, unsere Höfe verbrannt, wir selbst den Plünderungen preisgegeben wurden, unsere Pferde und unser Zugvie weggeschleppt und unsere Häuser von den Bewohnern verlassen wurden.

Gedichte und Texte finden sie auf www.gratis-gedicht.de