Archiv für das Tag 'Adel'

Spätmittelalter

admin 10. Mai 2008

Seit dem Tod Heinrichs VI. 1197 herrscht die Tendenz zum territorialen Reichsfürstentum, weg vom Kaisertum. Die Territorialstaaten beanspruchen absolute Souveränität; die Macht konzentriert sich an den wenigen großen Fürstenhöfen, wärend der größte Teil des Adels politisch unwichtig wird.

Das Lehenswesen verliert infolge des Niedergangs des Kaisertums seine Bedeutung. Der Ritterstand, auch durch die Verwendung ven Hnadfeuerwaffen und Geschützen militärisch irrelevant geworden, löst sich auf. Durch die Landflucht in die Städte und durch die Abwanderung in die neukolonisierten Ostgebiete vermindern sich die Einkommen der Grundherren. Die Agrarkrise des 14 Jahrhunderts bedeutet den wirtschaftlichen Ruin des niederen Adelsund somit eine weitere Schwächung des feudalen Systems.

Das 14. Jahrhundert ist durch instabile soziale und politische Verhältnisse gekennzeichnet

  • Hungersnöte und Teuerungen
  • Pestepidemien um 1450, durch die 1/3 der westeuropäischen Bevölkerung stirbt
  • Zwei Päpste (in Rom und in Avignon)

Die soziale Schichtung im Spätmittelalter ist dadurch gekennzeichnet, dass zu den Ständen Geistlichkeit, Adel und Bauernschaft das Bürgertum hinzukommt. Vom Anfang des 13. Jahrunderts an steigt das nichtadelige Stadtbürgertum sozial auf, es kommt in weiterer Folge zu einer Verschmelzung von Geburts- und Geldadel. Dennoch kann man von der Literatur des 13. und 14. Jahrunderts nicht als bürgerliche Literatur sprechen, das sich erst im 15. und 16. Jahrhundert entgültig ein einheitliches Bürgertum entwickelt hat.

Das Hochmittelalter

admin 6. Mai 2008

Die Rezeption der französischen Literatur, die als Vorbil für die deutsche höfische Dichtung dient, beginnt ungefähr um 1170. Die Endphase der hochmittelalterlichen Literatur ist dadruch gekennzeichnet, dass gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Städte immer mehr Anteil am Literaturprozess bekommen und die Höfe als literatische Zentren ablösen.
Wenn man nur den höfischen Dichtern des Hochmittelalters glaubte, die die prachtvolle Welt der edlen Ritter der Tafelrunde, der Burgen, Feste und Turniere beschreiben, könnte man meinen, einer (fast) heilen Welt gegenüberzustehen. Realität ist aber, dass die Burgen eng, feucht, kalt und dunkel sind. Die ungesunde Ernährung und die fehlende sachkundige medizinische Versorgung - selbst für die adeleige Oberschicht - lass eine hohe Lebenserwartung nicht zu; von den einfachen Menschen, deren Lebenssituation man als elend bezeichnen muss, ganz zu schweigen.
Dem romantischen Mittelalterbil kann man Tatsachen engegenhalten wie die, dass Herrschaft im Mittelalter sehr oft die Unterdrückung des Schwächeren bedeutet, Recht mit Bestechung erkauft wird, die üblichen Methoden ritterlicher Kriegsführung Verwüstung und Plünderung sind, wie des Propst Gerhard von Stederburg in seiner Stiftschronik beschreibt:
Wir haben mitangesehen, wie gerade das Wertvollste verwüstet wurde, unsere Höfe verbrannt, wir selbst den Plünderungen preisgegeben wurden, unsere Pferde und unser Zugvie weggeschleppt und unsere Häuser von den Bewohnern verlassen wurden.

Gedichte und Texte finden sie auf www.gratis-gedicht.de