admin 6. Mai 2008
Der Begriff “höfisch” ist im 12. Jahrundert entstanden und bezeichnet die adelige Gesellschaftskultur bzw. die (höfische) Dichtung, die sich thematisch und formal nach ihr ausrichtet. “Höfisch” steht für ein Gesellschaftsideal, für ein Programm und bedeutet in übertragenem Sinne: Glanz, Schönheit, vornehme Abstammung, edle Gesinnung, gutes Benehmen, ritterliche Tugend und Gesinnung, Frömmigkeit … - zentrale Werte für das Hofpublikum.Der literaturhistorische Begriff mein den Hof als Ort der Literatur: die “höfische Dichter” und das “höfische Publikum” des staufischen Kaisertums.
“Höfische Epic” und “höfische Lyrik” als Hauptformen der Dichtung an den Höfen sind die dazugehörenden literarischen Gattungsbegriffe. Die Vertreter des frühhöfischen Minnesangs wie Der von Kürenberg, die Burggrafen von Regensburg und Rietenburg, Meinlo von Sevelingen und Dietmar von Aist leben im Raum zwischen Regensburg und Wien, über ihre Biografie ist fast nichts bekannt. Ihre Texte werden ein Jahrundert später aufgezeichnet, bei vielen davon stellt sich die Frage ob sie authentisch sind.
Ja, für viele mag frühhöfischer Minnesang wie ein Zungenbrecher oder Pfannkuchen Rezept klingen, weil man den Sinn bzw. die Bedeutung wirklich nicht leicht versteht. Trotz allem macht auch hier Übung den wahren Meister: Nach den ersten Werken von u.a. Walther von der Vogelweide werden auch Sie bald wissen, was einzelne Floskeln bedeuten. Da kann das Minnesang-Lesen auch richtig Spaß machen und auch Wissen vermitteln - denn wer weiß schon, was Begriffe wie “Liebe”, “Frohe Ernte” oder “Baum” auf “minnesängisch” heißen? Zwar werden Sie keine zeitgenössischen Wörter wie u.a. “Computer”, “Handy” oder “SMS-Station.de” lernen, aber das ist auch gar nicht so wichtig, da dies ohnehin keine Themen im Rahmen des Minnesangs sind.
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Tags: 12. Jahrhundert, Frühhöfisch, Minnesang, Mittelalter, Ritter, Tugend
admin 6. Mai 2008
Die Rezeption der französischen Literatur, die als Vorbil für die deutsche höfische Dichtung dient, beginnt ungefähr um 1170. Die Endphase der hochmittelalterlichen Literatur ist dadruch gekennzeichnet, dass gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Städte immer mehr Anteil am Literaturprozess bekommen und die Höfe als literatische Zentren ablösen.
Wenn man nur den höfischen Dichtern des Hochmittelalters glaubte, die die prachtvolle Welt der edlen Ritter der Tafelrunde, der Burgen, Feste und Turniere beschreiben, könnte man meinen, einer (fast) heilen Welt gegenüberzustehen. Realität ist aber, dass die Burgen eng, feucht, kalt und dunkel sind. Die ungesunde Ernährung und die fehlende sachkundige medizinische Versorgung - selbst für die adeleige Oberschicht - lass eine hohe Lebenserwartung nicht zu; von den einfachen Menschen, deren Lebenssituation man als elend bezeichnen muss, ganz zu schweigen.
Dem romantischen Mittelalterbil kann man Tatsachen engegenhalten wie die, dass Herrschaft im Mittelalter sehr oft die Unterdrückung des Schwächeren bedeutet, Recht mit Bestechung erkauft wird, die üblichen Methoden ritterlicher Kriegsführung Verwüstung und Plünderung sind, wie des Propst Gerhard von Stederburg in seiner Stiftschronik beschreibt:
Wir haben mitangesehen, wie gerade das Wertvollste verwüstet wurde, unsere Höfe verbrannt, wir selbst den Plünderungen preisgegeben wurden, unsere Pferde und unser Zugvie weggeschleppt und unsere Häuser von den Bewohnern verlassen wurden.
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Tags: 13. Jahrhundert, Adel, Burgen, Hochmittelalter, Mittelalter, Ritter
admin 4. Mai 2008
Die deutschsprachige Literatur stell besonders im Frühmittelalter nur einen kleinen Teil der gesamten Literatur dar, der Großteil wird in lateinischer Sprache verfasst. Auch die Überlieferungsverlusste durch Zerstörung etc. können nur geschätzt werden. Sehr vieles wurde in der Tradition der oral poetry nur mündlich weitergegeben.
Ab der Mitte des 8. Jahrunderts beginnt zwar die Aufzeichnung volkssprachlicher Texte, aber von einer kontinuierlichen Literaturproduktion kann erst ungefähr ab der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts gesprochen werden. Vorher gibt es nur einzeln stehende Texte, so gennante “Literaturdenkmäler”. Das Ende der karolingischen Herrschaft (911) bedeutet zugleich den Beginn der Zeitspann von fast 100 Jahren, in der kaum volkssprachliche Literatur aufgezeichnet wird.
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Tags: Dichtung, frühes Mittelalter, Lyrik, Mittelalter, müdliche Überlieferungen, oral poetry
admin 4. Mai 2008
Die frühe heidnische Sammes- und Gefolgschaftsdichtung ist in nur sehr wenigen Beispielen erhalten geblieben. Die Texte, oder besser gesagt Textfragmente, die heute noch vorliegen, sind Aufzeichnungen aus späterer Zeit, da die Dichtungen zur Zeit ihrer Entstehung fast nur mündliche überliefert wurden. Vieles ging wahrscheinlich verloren, da das Sammeln von schriftlichen Texten eher die Ausnahme darstellte als die Regel. Das gesprochene oder gesungene Wort, zum Beispiel Zauber- und Orakelsprüche oder Opferverse, wurden auch in Zusammenhang mit magischen Ritualen verwendet.
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Tags: Altgermanisch, Dichtung, Opferverse, Rituale, Zaubersprüche